Über mich

Hundetraining


Ich könnte meine Geschichte beginnen mit…“Ich fand Hunde immer schon faszinierend“. Der Punkt ist, dass ich vor Hunden bis ins Erwachsenenalter Angst hatte. Eine unschöne Begegnung in der Kindheit sorgte dafür, dass ich zu diesen Lebewesen keinen Zugang fand – schlimmer noch, ich konnte sie nicht einschätzen und schützte mich, indem ich Angstverhalten zeigte.

Die Faszination kam, allerdings erst mit dem eigenen Hund 2006. Ich hatte ein kleines Kind und die romantische Vorstellung, dass Kind und Hund gemeinsam aufwachsen würden. Als Moritz, so tauften wir ihn, bei uns war, gestalteten sich die ersten Monate aufregend. Ich kaufte mir ein Buch zum Welpentraining, darin las ich von Alpharolle und Nackenschüttler. Mir missfiel der Gedanke, meinen Hund grob zu behandeln – eine andere Lösung fand sich aber auch nicht. Zu dieser Zeit waren modern trainierende Hundeschulen noch selten. Ich versuchte, sein Verhalten selbst zu beeinflussen, mit dem Erfolg, dass er alles und jeden anbellte und die Situation sich Zuhause zuspitzte. Als er begann, meinen Sohn anzuknurren und zu schnappen, war ich mit der Situation so überfordert, dass ich ihn an eine Bekannte ohne Kinder gab.

Ich schwor mir damals, dass ein neuer Hund erst zu uns nach Hause kommt, wenn ich rentiert bin und viel Zeit zum Lesen und Lernen habe. Charly kam ein bisschen früher als geplant, genau genommen 2014 – unter der Voraussetzung, dass wir eine gute Hundeschule besuchten. Schnell war klar, dass mir das Besuchen allein nicht reichte, so begann ich meine Ausbildung zur Hundetrainerin bei der ATN AG in der Schweiz, die ich beim Veterinäramt als Verhaltensberaterin abschloss. Eine große Baustelle, die sich im Alltag auftat, war das Thema „Kind und Hund“. Mit inzwischen drei Kindern unterschiedlicher Altersklassen hatte ich alle Hände voll zu tun, ihnen zu zeigen, dass auch ein Hund Bedürfnisse hat – die Erfahrungen, die ich mit Moritz gesammelt hatte, durften sich nicht wiederholen. Diese täglichen Versuche sorgten dafür, dass ich auf die Idee kam, Kinderbücher zu schreiben, die altersgruppenspezifisch zeigten, wie Hundeverhalten funktioniert, wie Körpersprache sich äußert. Gemeinsam mit Andreas Baier und Maria Rehberger schrieb ich die Buchreihe „VersteHen, StaUnen, TraiNieren, EntDecken Bd. 1-3“. Schon damals war mir wichtig, dass der Transfer des theoretischen Wissens durch interaktive Aufgaben in den Alltag positiv verstärkt wird. Die Hundefreundpunkte sind bis heute ein Renner bei den kleinen und großen Hundefreunden*innen.

Mich hat die Zeit mit unserem ersten Hund sehr vieles gelehrt. Im Grunde war es Moritz, der mich fast 10 Jahre später dazu bewog, mich mit Verhalten auseinanderzusetzen. Warum ein Lebewesen ein Verhalten zeigt, welche Funktion hinter dem Verhalten steht und welche Emotion. Ich wälzte mich durch wissenschaftliche Bücher, durch Paper, tauschte mich mit Wissenschaftlern aus – ich hatte mein Zuhause gefunden. Das Erforschen von Verhalten. Parallel gründete ich den Canimos Verlag, der Sach- und Fachbücher zum Thema Verhalten und Tiere verlegt. Im Grunde schloss sich so der Kreis. Durch den Verlag eröffneten sich mir viele Chancen, mit Forschern aus den Bereichen der Ethologie, Neurologie und Psychologie zusammenzuarbeiten. Dieses Wissen legte den Grundstein meiner Arbeit im Hunde- und später Menschentraining. Ich spezialisierte mich auf, wie sollte es anders sein, die Familie mit Hund und Problemverhalten im familiären Kontext. Insbesondere Hunde, die bereits gebissen haben, sind mir ans Herz gewachsen. Klingt im ersten Moment befremdlich. Wenn man das Verhalten aber aus analytischer Sicht betrachtet, hat das Beißen eine Funktion – mein Anspruch ist es, selbige durch eine Verhaltensanalyse herausfinden.

Ein Biss hat immer eine Geschichte – auch wenn man sie nicht unmittelbar sieht!

Durch die Arbeit in Familien entstand mein bald erscheinendes Buch „Warum beißt ein Hund die Menschen, die er liebt?“. Ich möchte Hundehaltern*innen darin die Ursachen erläutern und sie mit einfach umzusetzenden Hilfestellungen und Tricks zu mehr Sicherheit im Alltag führen.
2019 habe ich eine Datenerhebung durchgeführt zum Thema „Interpretation verschiedner Verhaltensdisplays von Kindern zwischen 4 und 9 Jahren“, deren Ergebnisse sehr eindrücklich gezeigt haben, wieviel Aufklärungsarbeit noch nötig ist. Eine ausführliche Erläuterung zu den Ergebnissen finden Sie hier.

Ich gebe Seminare und Workshops für Hundetrainer*innen und Hundehalter*innen, um über das vielschichtige Thema „Familie mit Hund“ aufzuklären. Seit 2018 arbeite ich, gemeinsam mit dem IBH e.V., an der Konzeption und Umsetzung einer weiterführenden Ausbildung für Hundetrainer*innen mit dem Schwerpunkt Familie.

Aktuell arbeite ich an einem wissenschaftlichen Buch zum Thema „Hundebiss“ und einem populärwissenschaftlichen Buch zum Thema Menschen- und Hundetraining.

KINDERTRAINING

Viele der Trainingstechniken, die im Hundetraining genutzt werden, kommen aus der Humanpsychologie – genauer der angewandten Verhaltensanalyse, so lag es nicht fern, dass ich auch Menschen in unterschiedlichen Situationen trainierte. Die US-Ausbilung bei Theresa McKeon und Joan Orr zum TAGteach Coach, zeigt mir, wie effektiv Menschen über den Blick und das Verstärken auf und von Verhalten, lernen können.

Kinder, die Schwierigkeiten haben, sich an Regeln zu halten, werden häufig als letzte Option mit Verboten und Strafen sanktioniert. Eine Praxis, die im Hunde- und Menschentraining immer noch häufig Anwendung findet. Ich möchte neue, innovative Möglichkeiten vorstellen, wie Sie Ihr Kind an Situationen heranführen können, in denen es ihm schwer fällt, auf Sie zu hören. Besonders im Umgang mit Problemsituationen haben sich Techniken über positive Verstärkung nachhaltig bewährt, denn hinter jedem Verhalten steht ein Gefühl  und hinter jedem Gefühl ein Bedürfnis. Bedürfnisorientiertes Training für Mensch und Hund ist ein Grundprinzip meiner Arbeit.

Wie insbesondere Hundetrainer:innen auch Kinder in Problemsituationen beurteilen können, welche kognitiven Fähigkeiten ein Kind in welcher Altersstufe aufweist und wie die Familie durch positive Verstärkung unterstützt werden kann, berichte ich im Live Webinar bei dog-ibox am 17. Dez. 2019. Das Webinar wird aufgezeichnet.

Auszüge meiner Aus-/Weiterbildungen & Referenzen