Hundeverhalten & Menschensicht

Kleinkinder und ihre kognitive Entwicklung

(Klein)Kinder sind kognitiv nicht in der Lage, das Gegenüber differenziert wahrzunehmen. Ein kleines Kind sagt „Wau,Wau“, es sagt nicht: da ist der Kopf, die Rute, der Bauch.

Warum ist es wichtig, sich auch mit der kognitiven Entwicklung des Kindes auseinanderzusetzen?

Im Kind-Hund Kontext machen wir uns keine Gedanken darüber, ob ein Kind die Körpersprache des Hundes überhaupt sehen oder gar (richtig) interpretieren KANN.

Was bedeutet das für den Alltag?

Die meisten Beissvorfälle passieren in Abwesenheit der Bezugsperson. Wenn ein Kind nun auf einen Hund zugeht und dieser zeigt Drohverhalten, ist die Chance auf einen Beißvorfall enorm hoch, eben weil es entweder noch gar nicht differenziert oder die einzelnen Bestandteile eines Hundes beschreiben, aber nicht lesen und verstehen kann. Ich habe letztes Jahr selbst eine Datenerhebung (N=103) initiiert und war geschockt ob der fehlerhaften Interpretation. Es wurden verschiedene Displays gezeigt, ohne gleichzeitige auditive Wahrnehmung. Am prägnantesten war das Drohverhalten von einem offensiv drohenden Hund mit Ressource im Maul, den die Mehrzahl (N=77) der Kinder zwischen 4 und 9 Jahren, unabhängig davon, ob sie einen eigenen Hund hatten oder nicht, als „lachend“ bezeichneten. Die Konsequenz aus dieser Fehlinterpretation ist das freudige Hinlaufen in der Annahme, der Hund möchte spielen. Dass Kinder, insbesondere bis zum 6. Lebensjahr (Eretova er al.,2020) die Körpersprache UND auch Lautäußerungen wie Bellen (Pongrácz et al.,2011) oft nicht differenzieren oder richtig zuordnen können, haben einige Studien gezeigt, deswegen ist es wirklich wichtig, Kind und Hund nicht unbeaufsichtigt zu lassen. Edit: Das Bild ist der Knaller^^

Foto:Krieg und Freitag

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